Auch im Urlaub: Das Rolltreppensyndrom |
"Man soll nicht für möglich halten, wo es überall Rolltreppen gibt" - Dieser Ausruf erklang auch im Skiurlaub mehr als einmal. Gerade auf der Piste kann man das Rolltreppensyndrom in den vielfältigsten Ausprägungen beobachten. Es ist dabei im Wesentlichen zu unterscheiden zwischen drei Spezies von Im-Weg-Stehern bzw. -Sitzern:
- Die Pistensitzer:
Das sind die Snowboardfahrer, die sich, wenn sie eine Verschnaufpause benötigen, in den Schnee setzen müssen, da die Konstruktion des Snowboards das Verweilen im Stand außerordentlich unbequem macht. Meistens tauchen die Snowboardfahrer in größeren Gruppen auf und setzen sich nebeneinander mitten auf die Piste, so dass für andere keine Durchkommen mehr ist.
Ich frage mich: können die nicht am Pistenrand Kaffeepause machen?
- Die Kantensteher:
Darunter sind zu verstehen die (meistens, aber nicht nur) recht unsicheren Skifahrer, die in jeder Kurve und an jeder Geländekante stehen bleiben, um sich erst mal einen Überblick darüber zu verschaffen, was sie im folgenden erwartet. Wahlweise wird dann auch erst mal eine Kaffeepause eingelegt oder ein generalstabsmäßiger Plan entwickelt, in welcher Weise man die folgenden Kurven fährt und an welcher Stelle im Gelände man die Skier am besten dreht. Da auch diese Spezies fast immer in größeren Gruppen auftaucht, ist auch hier ein Durchkommen außerordentlich schwierig. Wiederum meine Frage: Können die das nicht am Pistenrand machen? Von dort aus kann man das Gelände genau so gut überblicken! - Die Liftblockierer:
Die gibt es sowohl beim Einstieg als auch beim Ausstieg.
- Beim Einstieg wird zunächst mal in der Liftschlange gedrängelt, bis man sich an allen anderen vorbei geschoben hat und das Triumphgefühl so richtig auskosten kann. Dann aber befindet sich mitten in der PVA (Personenvereinzelungsanlage, sprich: Drehkreuz) und stellt plötzlich fest, dass der Kumpel oder die Freundin oder Tante Milli oder wer auch immer nicht so erfolgreich gedrängelt hat. Was tut man also? Man bleibt in der PVA stehen, geht nicht weiter und wartet, bis Tante Milli sich herangekämpft hat. Für alle anderen ist dieser Durchgang also erstmal nicht zu nutzen. Aber damit nicht genug: Direkt vor dem Lifteinstieg heisst es dann: In Sechser- (oder Achter- oder Vierer-) Reihen antreten zum Einsteigen. Schade, dass das nicht immer so genau hinkommt. Tante Milli wäre erst in der übernächsten Gondel dran, während man selbst schon in der nächsten mitkäme. Was tut man also? Man lässt den Platz frei und wartet auf Tante Milli. Das führt dann zu solch absurden Situationen, dass selbst bei größtem Andrang die Gondeln fast leer hochfahren, weil man sich auch nicht für die paar Minuten der Liftfahrt von Tante Milli trennen mag. Muss das wirklich sein?
- Beim Ausstieg kommen wir der eigentlichen Rolltreppen-Situation natürlich am nächsten. Gut, man steigt aus dem Lift, muss die Brille, die Handschuhe und die Skistöcke richten, vielleicht auch das Handy wieder verstauen, mit dem man während der Liftfahrt pausenlos und in kaum zu ertragender Lautstärke telefoniert hat (schließlich soll ja auch die Verwandtschaft zu Hause wissen, dass das Essen im Restaurant gestern abend ganz furchtbar war). Aber kann man sich nicht dazu ein paar Meter von der Ausfahrt des Lifts entfernen? Oder ist es zwingend erforderlich, direkt dort stehen zu bleiben, wo andere wenige Sekunden später aussteigen müssen? Und hier fällt besonders auf: diejenigen, die sich schon beim Einstieg ihre Sechser- (oder Achter oder Vierer-) Gruppe zusammen-blockiert haben, blockieren auch oben als Gruppe weiter. Wenn dort also 8 Personen nebeneinander stehen und Handys verstauen, ist für andere wieder mal kein Durchkommen.
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